Teil 32

 

Donnerstag, 12.03.2020: Der Postbote war da! :) Und er hat diesmal ein Paket gebracht... Darin enthalten waren folgende schöne Teile:

Wer sich etwas auskennt sieht, dass dies eine "50 mm"- Ansaugbrücke ist... Zu erkennen an den verjüngten Ansaugrohren im Bereich der Zündkerzenkabel.

Der (angebliche) Vorteil der "großen" Ansaugbrücke ist, dass diese im oberen Drehzahlbereich mehr Luftdurchsatz bietet und somit eine bessere Zylinderfüllung bei diesen Drehzahlen ermöglicht...

Ich habe in mehreren Forenbeiträgen davon gelesen und dort wurde auch berichtet, dass der Motor damit selbst im 5 Gang bis zur Drehzahlgrenze von 7.200 Umdrehungen ausdreht, was meiner derzeit mit dem werkseitigen 42 mm Ansaugrohr nicht tut, dort ist bei ca. 6.300 Umdrehungen "Schicht im Schacht"...

Nachteil ist, dass sich der "giftige" Drehzahlbereich noch etwas mehr nach oben verschiebt, somit untenrum etwas länger nicht so viel Bumms zur Verfügung steht...

Naja, wer mich kennt, der weiß, dass ich diesen "Gerüchten" gerne auf den Grund gehe und keine Optimierung auslasse, soweit sie in meinen Augen bei der Murmel Sinn macht...

 

Allerdings wird die Ansaugbrücke in diesem Zustand natürlich nicht verbaut, sie muss erst mal aufgearbeitet werden und auch die ganzen Übergänge müssen aufeinander angepasst und natürlich neue Einsätze / Dichtungen für die Einspritzdüsen verbaut werden.

 

Schön war auch die Zugabe in Form eines intakten, wenngleich auch sehr dreckigen Ventildeckels mit originalem Öldeckel! :)

Auch diese Sachen werden natürlich aufgearbeitet und kommen in mein Ersatzteillager, wobei dieses hinsichtlich Zylinderkopfteile inzwischen so gut bestückt ist, dass ich mich wahrscheinlich auch irgendwann noch von dem ein oder anderen Bauteil trennen werde, denn wozu soll man Teile zwei- oder dreifach auf Lager liegen haben?

Sonntag, 05.04.2020: Die Dichtung Nr. 2 für den Kühlwasserflansch am Zylinderkopf ist entstanden.

Wie damals habe ich sie aus "Elring" - Dichtungspapier geschnitten und an den Flansch angepasst. Die Löcher für die Schrauben wurden mit einem passenden Locheisen ausgestanzt und alle Schnittkanten wieder mit Schmirgelleinen egalisiert. Ergebnis: passt. ;)

Samstag, 23.05.2020: Dieses (verlängerte) Wochenende war ich bei meinen Eltern, allerdings nicht ohne Grund, denn gestern hat mein Bruder Jo standesamtlich geheiratet! :)

Somit war eine Familienzusammenkunft unausweichlich, deshalb habe ich dann auch heute die Gelegenheit genutzt und die Murmel wieder zusammengebaut.

Naja, zumindest fast...

Wenn ich nicht den Kühlmittel-Ausgleichsbehälter in Winterberg vergessen hätte! Arrrgghh!!!

Nun, so wurde also nix aus einer ersten Spritztour um den Sorpesee, aber bei dem durchwachsenen Wetter auch nicht weiter schlimm.

 

Natürlich kam dann auch die neu angefertigte Dichtung für den Kühlwasserflansch zum Einsatz. :)

Die neue Kühlmittelpumpe ist diesmal von dem Hersteller "FEBI", ich hatte sie vor ein paar Jahren für sage & schreibe 20 € inkl. Versand in einem großen Online-Flohmarkt entdeckt und geordert... ;)

Nachteil bei der Pumpe ist jedoch das Kunststoff-Pumpenrad.

Diese lösen sich halt manchmal von der Welle, wodurch dann natürlich das Kühlwasser nicht mehr zirkulieren kann und der Motor überhitzt.

Na, ist eine "Kann-Option", muss nicht passieren!

Falls doch, tausche ich halt wieder, eine neue "Kolbenschmidt"-Wasserpumpe habe ich noch im Regal liegen... ;)

 

Nachdem ich alle Dichtflächen am Motor mit feinen Schmirgelleinen von Flugrost gereinigt und alle Gewinde nachgeschnitten hatte, gings an den Zusammenbau. Hier wurde wieder zusätzlich Dichtungsmasse verwendet, da ich in der Vergangenheit ja schlechte Erfahrungen mit den werkseitigen Gummidichtringen als einzige Abdichtung gemacht habe. So habe ich in jede Dichtungs-Aussparung zusätzlich Dichtmasse eingestrichen, was bei dem alten Kühlwasserflansch für den Zylinderkopf auch Sinn macht, ist der doch durch etwas Korrosion in der Nut nicht mehr ganz eben und gleichmäßig.

Nachdem alles zusammengebaut und auch der Generator wieder verkabelt an seinem Platz war, kam nun endlich nach Jahren des Wartens das "Bonrath Power-Rohr PR-4 PRO" zum Einsatz! ;D

Mit etwas Reinigungsspray auf den Gummistulpen flutschten diese relativ problemlos auf das Rohr und nachdem alles korrekt ausgerichtet war, wurden dann die Schraubschellen angezogen.

Und ja, sieht soweit auch ganz nett aus, aber die Optik ist nicht der Grund für den Verbau.

Ausschlaggebend ist die dünnere Wandstärke des Rohres gegenüber dem originalen Plastikteil und somit eine geringere Luftverwirbelung an den Kanten, was wiederum dem Luftstrom in Richtung Brennräume zugute kommt und so (wenn auch nur geringfügig) eine bessere Zylinderfüllung ermöglicht.

Wie schon einmal erwähnt, ist dies nur eine der Maßnahmen, um das auch tatsächlich realisieren zu können, ein bearbeiteter Zylinderkopf, egalisierte Übergänge von der Drosselklappe zum Saugrohr und vom Saugrohr zum Zylinderkopf runden das Ganze dann ab und optimieren den Serienzustand. Und so sieht das jetzt aus:

Zu guter Letzt habe ich es mir dann aber nicht nehmen lassen und den Motor trotzdem einmal kurz gestartet. Nach 30 Sekunden und zwei kleinen Gasstößen zwecks etwas größerer Auslenkung der Stauklappe habe ich ihn dann aber wieder ausgestellt, denn so ohne Kühlwasser ist das nix... ;)

Naja, selbst schuld, wenn man zu schusselig ist und was vergisst...

Samstag, 30.05.2020: Es ist soweit! Ein gebrauchter Ausgleichsbehälter in gutem Zustand ist eingetrudelt und wurde gründlich gereinigt, dann nahm er seinen angestammten Platz im Motorraum ein.

Kühlwasser rein und dann konnte "das Triebwerk" gestartet werden! ;D

Was folgte, war die Entlüftung des Kühlsystems, was diesmal problemlos funktionierte (allerdings nur kurz, aber dazu später mehr...).

Ich habe dann natürlich noch in meinem "Schrauber-Outfit" (dreckige, alte Klamotten... ;) eine Probefahrt um den Block gemacht und nach einer Kontrolle des Kühlmittelstandes dann direkt eine Runde um unseren schönen Sorpesee drangehängt...! :)

So sieht der Motorraum derzeit aus, noch mit kleiner Brücke:

Na, und nachdem die Murmel wieder lief, konnte ich meinen seit 7 Monaten unterdrückten Drang nach "Bewegung" mit der Murmel nicht widerstehen und habe sie bei bestem Wetter kreuz und quer durchs Sauerland gescheucht! :D

Absolut genial! Ich mag dieses alte Raubein total, wenn es beim Durchbeschleunigen die nähere Umgebung "zusammenbrüllt" und vorwärts geht, als gäb´s kein Morgen! Ein echter "Wolf im Schafspelz"!

Aber trotz allem Vorwärts-Drang, gib es auch mal Momente der Stille:

Allerdings hatten wir dann am Sonntag Morgen ein unschönes Erlebnis: ich war ca. 20 Minuten mit der Murmel unterwegs gewesen und habe den 16V danach auf einem Parkplatz abgestellt.

Beim Weggehen habe ich (wie immer) nochmal einen Blick auf meinen Wagen geworfen und dabei festgestellt, dass unter dem Motor Kühlwasser herabtropfte!

Nanu?!!

Ein Blick unter die Haube schaffte dann schnell Klarheit: der Deckel des gebrauchten Ausgleichbehälters zischelte munter vor sich hin und konnte den Druck im Kühlsystem nicht halten und und somit war der Motor plötzlich am kochen...!

Mancher erinnert sich vielleicht daran, dass sich der Siedepunkt bei Flüssigkeiten unter Druck nach oben verschiebt?!

So ist das auch bei Wasser. Unter 1 Bar Druck verschiebt sich also der Siedepunkt nach oben, liegt also über 100 ° Grad, aber wenn das Kühlsystem diesen Druck (in diesem konkreten Fall wegen einer nicht mehr ausreichend flexiblen Dichtung im Deckel) nicht mehr aufbauen kann, kommt es zu diesem Ergebnis.

Also bin ich wieder eingestiegen und habe mich ganz schonend in Richtung Garage begeben...

Dort angekommen, habe ich den Motor langsam abkühlen lassen und nachdem das erreicht war, den Deckel abgeschraubt, zerlegt und gereinigt.

Die Dichtung habe ich in diesem Zuge dann einfach umgedreht, sodass die Seite, welche bisher auf der Innenseite des Deckels auflag, nun bei zugedrehten Deckel auf dem Ausgleichsbehälter aufliegt.

Diese "Erste-Hilfe-Maßnahme" brachte auch zum Glück den gewünschten Erfolg!

Eine weitere Probefahrt verlief dann ohne irgendwelche Auffälligkeiten.

 

Na und dann war das Wochenende auch irgendwie schon wieder rum, zwar steht der Pfingst-Montag noch an, aber da bin ich schon wieder in Winterberg und da das Wetter gegen Ende der Woche bescheiden werden soll, habe ich den 5er GTI genommen und die Murmel hat nochmal ein paar Tage Pause... ;)

Samstag,06.06.2020: Heute habe ich im Kreise meiner Familie meinen 45sten Geburtstag nachgefeiert und von meinem Bruder und meiner Schwägerin gab es einen echt tollen Geburtstagskuchen, den ich hier niemandem vorenthalten möchte! :))

Russischer Zupfkuchen mit einem Marzipan-Golf! :D

Genial gemacht und nochmal auch an dieser Stelle an die Beiden und an alle, die an dem Tag an mich gedacht haben, ein ganz herzliches Dankeschön!!! :D

 

Dann habe ich am Samstag noch den blauen Deckel auf dem Kühlmittelausgleichsbehälter montiert. Den Tipp hatte ich im "Doppelwobber"-Forum bekommen und der Kollege aus dem Forum hat recht: der Haltedruck ist bei dem Blauen auf 1,2 Bar reduziert.

Der ursprünglich verbaute schwarze Deckel hat einen Haltedruck von 1,5 Bar und wer sich ein wenig auskennt weiß, dass der Heizungskühler beim Golf 2 eine der Schwachstellen ist und dieser gerne auch mal platzt.

Dies wird zukünftig hoffentlich nicht passieren, denn der Druck wird ja jetzt schon bei 1,2 Bar begrenzt...

Der Motorraum sieht jetzt so aus:

Eine etwas längere Probefahrt hat auch keine negativen Auswirkungen gezeigt... ;)

Während der normalen Fahrt liegt die Kühlwasser - Temperatur jetzt immer um die 84 ° Grad, da ich ja ein Thermostat verbaut habe, welches schon bei dieser Temperatur öffnet.

Erst im Stand steigt die Temperatur dann auf 90 ° - 100 ° Grad an und der Kühlerlüfter bekommt Arbeit.

Die Öltemperatur liegt normalerweise um die 98 ° - 100 ° Grad, erst wenn ich den Motor richtig fordere, steigt diese auch mal auf 116 ° Grad. Im Hochsommer 2019 lag die maximale Öltemperatur auf der Autobahn bei zügiger Fahrt bei 122 ° Grad, also noch weit ab von dem "kritischen" Bereich, der bei mir persönlich bei 130 ° Grad beginnt... ;)

Aber gutes Öl kann selbst 130 ° Grad ab. :)

Dienstag, 23.06.2020: Die 259.000 km sind erreicht. Bisher läuft er gut, hoffe, es bleibt so! ;)

 

 

 

 

 

 

Alle Teile eines Käfers...

...so in etwa sieht das Puzzle aus, was ich demnächst wieder zusammensetze... ;)