Wieder in Arbeit...!!!

 

Nach einer Pause von mehr als 10 Jahren, habe ich im Mai 2012 meinen 60ér aus seinem Dornröschen-Schlaf geweckt und die Karosserie in meine Werkstatt geholt, die Cabrio-Karosserie ist in die Garage nebenan umgezogen und der Golf II GT dafür in die Garage des 60érs gewandert...

Dank meinen Freunden war das alles an einem Tag erledigt!

(An dieser Stelle nochmal ein herzliches Danke an Birte, Jan und meinen Bruder Jo!!!)

 

Zuvor gab es einige teure Anschaffungen zu tätigen, welche sich aber bisher schon echt bezahlt gemacht haben, so habe ich mir nach langem Überlegen endlich ein eigenes Schweißgerät gekauft und zwar ein neues "Lorch", also ein Profi-Gerät. Diese Anschaffung war nicht billig, aber verglichen mit dem vorherigen Schweißgerät ist es hundertmal besser!!!

Der Drahtvorschub ist das kriegsentscheidende Thema bei einem Schweißgerät, ist er nicht zuverlässig, kriegst du beim arbeiten die "Hasskappe" und "brätst" mehr als zu schweißen, wenn dir das dann bei einem zuvor in vielen mühsamen Stunden angefertigtem Blech passiert, kann man schon mal ausrasten und die Arbeit für mehr als 10 Jahre wegstellen... (ich spreche da aus Erfahrung!!!)

Zusätzlich gab es noch einen automatisch abblendenden Schweißer-Helm, eine Anschaffung, die ich jedem, der viel schweißt, nur wärmstens empfehlen kann!!!


Zudem habe ich mir einen Druckluftkompressor (100 L Kessel mit 320 l/min Luftabgabemenge) angeschafft, somit kann ich endlich auch meine Sandstrahlkabine in Betrieb nehmen, ausserdem habe ich eine pneumatische Blechschere und einen ebensolchen Stabschleifer von Hazet gekauft.

Mit dem hinzugekauften und bisher schon vorhandenen Werkzeug kann ich nun die Restauration auch mit sehr viel Eigenleistung durchziehen.

 

Das einzige Problem, was ich nicht in den Griff kriege, ist die räumliche Trennung der Garagen zum Wohnort, jedoch ist es in Dortmund und Umgebung nahezu unmöglich, eine geeignete Garage zum vernünftigen Preis zu mieten, deshalb bleibt zumindest vorerst nur diese Möglichkeit, jedoch werde ich auf kurz oder lang eine Garage in Dortmund finden müßen, denn wenn der 60ér fertig ist, möchte ich ihn schon in greifbarer Nähe stehen haben.

 

                                      Wo soll´s hingehen?!?

 

Zielsetzung bei der Restauration ist mittlerweile die Wiederherstellung des Originalzustandes. Entgegen früherer Ambitionen in die Richtung "Resto-Cal"-Look, habe ich meine heutige Einstellung etwas geändert.

Zwar wird die Tieferlegungs-Vorderachse verbaut, jedoch erstmal nicht tiefergelegt, zudem sollen natürlich die gesammelten Zubehörteile verbaut werden, diese wären:

 

   -   "Kamei"-Benzinhahnverlängerung

   -   "Rabambus"-Kleingepäckablage

   -   "Waso"-Schalthebelschloß

   -   "Beköwa"-Dachgepäckträger

   -   "ILA"-Frischluftregler (klare Ausführung)

   -   "Blaupunkt"-Röhrenradio (mit weißen Knöpfen)

   -   "100000 km"-Plakette

   -   "Volkswagen"-Schriftzug (amerikanische Version)

   -   "VDO"-Zeituhr (6 Volt)

   -   "Helphos"-Suchscheinwerfer

   -   "Hirschmann" Antenne

   -    Chromzierringe für die Felgen

   -    Chrom-Blumenvase

         (Originalteil aus dem ersten Käfer meines Vaters!)

   -    "SIMO" elektro-magnetisches Haubenschloß hinten

   -    rot / weiße Kokosbast-Fußmatten

   -    Reserverad-Tank

   -    Zusatz-Nebelscheinwerfer mit Chromgehäuse und gelben,

         mittig abgewinkelten Streuscheiben

   -    originale Scheinwerferschirmchen aus den 50érn

   -    alternativ dazu noch originale Steinschlagschutzgitter

   -    "Hella"-Nebelschlußleuchte, NOS

   -    Diagonal-Weißband-Reifen

 

Ich glaube, das war noch nicht mal alles, muß doch mal sehen, was sich so in den Ecken noch versteckt hat.

 

Wenn ich heute Käfertreffen besuche, fällt mir der Trend zu gekürzten Vorderachsen auf, dieser gefällt mir persönlich nicht, zumal es natürlich auch eine Mordsarbeit ist, ne Achse zu kürzen.

In den letzten Jahren hat sich auch meine Einstellung zu Patina geändert, habe ich früher den Toprestaurierten Zustand als erstrebenswert angesehen, so ist es heute andersrum, ich würde ein Auto mit Patina, welches aber von der Struktur her gesund ist, nie mehr restaurieren, sondern in diesem Zustand erhalten,

deshalb ärgere ich mich heute zum Beispiel über den Tag, an dem ich beschlossen habe, meinen 60ér auseinanderzunehmen.

Nun, es ist halt geschehen und deshalb werde ich demnächst mit nem toprestaurierten Käfer durch die Gegend fahren, allerdings wird mein Krabbler im Innenraum wohl nie mehr so toll riechen, wie das unrestaurierte Autos nun mal tun! (Und das ist echt schade, ich stehe total auf diesen Geruch, denn der ist einzigartig!)

Ich hatte vor kurzem die Möglichkeit, in einem 444ér Buckelvolvo von 1954 zu sitzen, der Wagen war im absoluten Originalzustand, unrestauriert und einfach nur sehr gut gepflegt, mit einer traumhaften! Patina und halt eben diesem Geruch...,

ich mußte mich nach etlichen Minuten zwingen, aus dem Auto wieder auszusteigen!!! :-))

(Ich muß zugeben, dass ich kurz mit dem Gedanken gespielt habe, meinen damals zugunsten des Cabrio´s nicht verwirklichten Buckelvolvo-Kauf doch noch in die Tat umzusetzen, allerdings hindert mich mein Geldbörse daran, denn irgendwie habe ich mit den bisherigen Fahrzeugen und Hobby´s schon genug um die Ohren und so blieb der wunderschöne "Buckel" dort, wo er war...)

Für den Fall, dass es in Zukunft doch noch mal einen zusätzlichen Oldie geben sollte, dann ist dieser auf jeden Fall ein unrestauriertes Exemplar mit Patina!

Bei der Marke bin ich mir allerdings nicht ganz sicher, "Buckels" finde ich irgendwie halt schon seit Jahren echt nett...!

 

Sooo, jetzt aber zurück zum Thema...

 

Der heutige Stand (Juni 2012) bei der Restauration meines 60ér ist folgender:

Sämtliche Teile des Innenraumes sind komplett überholt, alles ist aufpoliert und auf Funktion und Zustand getestet, anschließend konserviert und in Tüten verpackt, beschriftet und in Kartons verstaut...

Eine komplett neu, in pistaziengrünem und hellgrauem Leder (Lufthansa- und Porscheleder, echt tolle Qualität, halt nur nicht original, aber da mach ich dann mal Abstriche...;-) bezogene Innenausstattung steht zum Einbau bereit.

Ebenso liegen alle Teile für die Technische Überholung des Wagens im NOS-Zustand vor, nur in einigen wenigen Fällen mußte ich dann doch auf Reproduktionen zurückgreifen, weil es NOS-Teile damals nicht gab.

Übrigens bin ich echt froh, dass ich auf ein recht großes Teilelager zurückgreifen kann, ich habe halt direkt nach dem Kauf 1992 mit dem Teilesammeln angefangen und mir ist in den Jahren natürlich so einiges über den Weg gelaufen und zwar zu Preisen, wo den Jungs heute die Tränen der Rührung in die Augen steigen!

So habe ich auf dem Oldtimermarkt in Hamm 1999 zum Beispiel einen nagelneuen Satz originale "SWF"-Winker in Originalverpackung für 345 DM ergattern können, oder ein NOS-"Spindel"-Lenkgetriebe für 245 DM + 7 Lucky-Strike-Zigaretten... (tja, schon Pech, wenn man sich als Verkäufer nicht mit ausreichend Kippen eindeckt und dann den ganzen Tag nicht vom Stand wegkommt..., zum Glück bin ich seit Jahren von dieser Sucht geheilt... ;-)

Eine vordere Haube ohne "Tankwartknick" in sehr gutem Zustand gab´s für 170 DM, gekauft auf dem Maikäfertreffen Hannover 2000...

Preise, für die du heute selbst in Euro nur ein müdes Lächeln bekämest, von daher bin ich froh, dass ich noch zu DM-Zeiten (da gabs noch was für´s Geld!) auf Einkaufstour gehen konnte.

Es gab allerdings ein Teil, da habe ich sehr lange nach gesucht.

Einen Hupenhalter...

Und zwar einen rechten!

Habe damals echt gedacht, denn kriegste nur in England...

Notwendig wurde er, nachdem mir eine Doppelton-Hupe in 6-Volt-Version zulief...

Gefunden habe ich ihn schließlich durch Zufall, in einer Kramkiste auf irgendeinem Maikäfertreffen...

Glück muß man halt haben. ! ;-)

So, genug in Erinnerungen geschwelgt, weiter gehts:

Das Teilsynchron-Getriebe liegt überholt im Keller, auch hier wurde mit NOS-Teilen überholt.

Der 30 PS Motor wartet noch auf den Zusammenbau, es werden aber alle Teile weiterverwendet, da sich diese noch in einwandfreiem Zustand befinden, lediglich die Dichtungen werden alle ersetzt, sowie der Vergaser überholt.

Ebenso muß die Motorverblechung noch lackiert werden.

Bei der Bremse werden mitunter neue Trommeln verbaut, allerdings graut mir schon vor dem Entfernen der Fettschicht auf den Neuteilen, die ist nämlich zentimeterdick!

Alle Achsteile vorne sind komplett überholt, neue Bundbolzen verbaut und die Achse selbst ist ja ein Neuteil mit Rasterplattenverstellung zur Tieferlegung des Vorderwagens.

Wie man sieht, sind also sehr viele Arbeiten der Restauration schon in den letzten Jahren erledigt worden...

Was noch erledigt werden muß, ist die Sanierung der Karosserie, danach die Entrostung dieser mit anschließender Konservierung / Grundierung.

Danach kommt dann der Lackaufbau, natürlich wieder in

"Mangogrün L 346", der Originalfarbe seit Produktion, das lackieren werde ich aber nicht selber machen, das überlasse ich den Profi´s...

Zudem muß noch das Fahrgestell lackiert und zusammengebaut werden. Hier werde ich allerdings persönlich die Lackierpistole schwingen... (man will ja mal sehen, was man selber so kann...)

Wenn diese Punkte erledigt sind, kommt die "Hochzeit"!

Dann ist man schon an dem Punkt, wo es eigentlich nicht mehr lange dauert, bis der Krabbler wieder läuft...

Hoffe ich zumindest...

 

 Fortsetzung folgt...!

 

 

 

 

 

 

Alle Teile eines Käfers...

...so in etwa sieht das Puzzle aus, was ich demnächst wieder zusammensetze... ;)