Nachdem ich mein Cabrio abgemeldet hatte, habe ich auf die bestellten Teile gewartet... und gewartet... und gewartet...

Tja, ein paar Sachen waren wohl so schnell nicht lieferbar, ich wurde vertröstet.

Da kam dann der Gedanke, ich könne doch die Zeit nutzen, um in diesem Zuge die Durchrostung im linken hinteren Radhaus instandsetzen!

Dazu müßte ich aber den Teppich hinten ausbauen... gedacht, gemacht. Leider löste sich mit dem Teppich auch ein großer Teil der darunter liegenden Dämmmatte, weil sich der Lack vom Radhaus INNEN ablöste!

 

Hm, warum das??!!

 

Nun, das soll hier mal ganz klar gesagt werden, da hatte die Firma "Karmann" in Osnabrück seinerzeit bei der Produktion meines Käfers mal so richtig schön geschlampt!

Lack trägt man nämlich nicht auf blankes Blech auf!!!

Da gehört schon Grundierung drunter!!!

 

Das Problem: Diese gab es bei meinem Cabrio nicht...

Und so konnte sich durch eindringende Feuchtigkeit an dieser Stelle Flugrost unter dem Lack bilden...

 

An diesem Bild kann man schön sehen, was ich damals vorgefunden habe! Wie man unschwer erkennen kann, fehlt in einem recht großen Bereich einfach die Grundierung, dort hatte sich dann ebenso großflächig Flugrost gebildet und den Lack abgelöst...

Ebenso kann man auf dem Bild die Durchrostung erkennen.

Nachdem ich das nun entdeckt hatte, fiel der Startschuß zur zweiten Restauration...

Innerhalb weniger Tage stand ein gestripptes Cabrio in meiner Werkstatt und ich begann mit dem abkratzen aller Karosseriedichtungsmasse, die ich finden konnte, insgesamt gingen dafür zig Tage ins Land und zwei Spachtel dabei drauf, ebenso wie mehrere Teppichmesser... ;-)

Nachdem das erledigt war, habe ich mich (wo´s doch so schön ist) dann mit dem abkratzen des Unterbodenschutzes aussen beschäftigt...

 

So sah mein Cabrio nach ein paar Tagen "strippen" dann aus...

Beim entfernen des Unterbodenschutzes und der Karosseriedichtmasse traten dann nach und nach die kleineren und größeren Schwachstellen des Cabrios zu Tage.

Rückblickend kann ich sagen, dass es eigentlich ein Glücksfall war, das Cabrio zu diesem Zeitpunkt zu zerlegen, denn die Struktur des Wagens ist im Großen und Ganzen echt gut.

Ich habe im Bekanntenkreis und auf Treffen schon ganz andere Sachen an Cabrio´s gesehen, bei denen ich persönlich die

"Flinte ins Korn" geworfen hätte, da eine richtig aufwendige Karosseriesanierung (also mit 4 neuen Seitenteilen, Kofferraumboden, Türen, usw.) gerne auch mal eben Kosten im fünfstelligen Bereich verursacht... (und darin ist dann noch keine Lackierung enthalten, von einer Verdeck-Überholung ganz zu schweigen!!!)

Mitunter ein Grund dafür, wieso so viele Cabrio´s in strukturell miserablen Zustand durch die Gegend fahren!

Merke: nicht jedes "schicke" Cabrio ist auch ein gutes Cabrio!

Optisch sind die meisten ja nett anzusehen, wer aber mal die Details betrachtet, oder mal die Gelegenheit hat, das eine oder andere Fahrzeug auf eine Hebebühne zu nehmen, wird schnell einsehen müßen, dass doch eine ganze Menge "Blender" unterwegs sind.

Sowas möchte ich persönlich nicht besitzen, deshalb auch der Entschluß, die Restauration zu beginnen, bevor es ein paar Jahre später zu dem finanziellen / karosserieseitigen Supergau kommt.

 

Bezüglich der "Stil"-Frage (Jaaaa, auch sowas gibt´s in der Käferszene!!! ;-)) war von Anfang an klar, dass es wieder in Richtung "German-Style" gehen wird.

Mir persönlich gefallen nämlich die 1302 und 1303 Modelle im originalen Look nicht so gut, ganz egal ob Limousine oder Cabrio, wobei es natürlich jedem selbst überlassen ist, wie er sein Fahrzeug letztenendes aufbaut, ausserdem kann ja auch nicht jeder Käfer getuned werden, so viele Typ 4-Motoren gibt es ja garnicht...! (Scherz!)

Allerdings ist ja gerade dieses Thema ein sehr umstrittenes!

Besonders ein Punkt verursacht bei mir Bauchschmerzen:

Die Neugestaltung der Prüfrichtlinien bei der "H"-Kennzeichenabnahme.

Hier wird die Luft für getunte Fahrzeuge nämlich merklich dünn!

In meinen Augen ist dort ein sehr engstirniges und einseitiges Paket geschnürt worden, was die Gestaltungsmöglichkeiten des Besitzers stark einschränkt, will er denn ein "H"-Kennzeichen haben, gewährt es doch freie Fahrt durch diese schwachsinnigen Zonen! 

(Ich kann übrigens nicht mehr über "Feinstaubzonen" lachen, angesichts dessen, dass ja wohl auch der hinterletzte Depp mittlerweile erkannt haben müßte, dass dieser Feinstaub-Firlefanz der größte Humbug überhaupt ist... Und trotzdem wird es, allen bisherigen Erkenntnissen zum Trotz, aufrechterhalten... Sowas macht mich echt wütend!!! Aber das ist ein anderes Thema...)

Somit bin ich in der Situation, dass ich Unterlagen beibringen muß, mitunter für den 2 Liter "Kerscher"-Typ-4-Motor! (Wer mir hier übrigens weiterhelfen kann, dem wäre ich sehr dankbar!!!)

Das alles wird nicht einfach werden, vielleicht muß ich auch auf das ein oder andere Teil, was bisher meinen Käfer ausmachte, verzichten müssen, aber ich werde auf jeden Fall alles daran setzen, ihn wieder so auf die Strasse zu bringen, wie ich ihn gekauft habe!

Es bleibt somit spannend, ob dies gelingt...

Nachtrag 28.02.2017: Ich habe Anfang Februar einen 1986er Kerscher-Katalog mit all den Einträgen zu den beim Cabrio verbauten Teilen (mit Ausnahme der 16-Zoll Porsche-Fuchs-Felgen) ersteigern können! ;))

Somit kann ich beweisen, dass es alle verbauten Teile schon innerhalb der ersten 10 Jahre nach Zulassung meines Cabrios gab...! :)

 

Fortsetzung folgt...!

 

 

 

 

 

 

 

Alle Teile eines Käfers...

...so in etwa sieht das Puzzle aus, was ich demnächst wieder zusammensetze... ;)