Erstmal nur fahren...!

 

Mein Cabrio habe ich nach dem Kauf erstmal nur fahren wollen, ok, der Vorderwagen mußte lackiert werden, deshalb habe ich mir dann auch 2 Wochen Urlaub genommen, den kompletten Lack bis zur A-Säule entfernt und den kompletten Lackaufbau (mit Ausnahme der Radhäuser, diese blieben unangetastet) erneuert, in diesem Zuge verschwand auch die Klemmleiste für die Haubendichtung, ein steter Grund für Gammel im Frontbereich. Die Haube bekam dann eine umlaufende Dichtung, welche auch viel besser abdichtet, als das dafür vorgesehene Original-Teil.

Nachdem dann auch noch die vorderen Kotflügel neu lackiert waren, wurde der Käfer wieder montiert, dem Tüv vorgeführt und mit dem Kennzeichen "HSK-TK 45" für die Saison 04-10 zugelassen.

Damals noch mit "HSK"-Kennzeichen in Kölle unterwegs...
Damals noch mit "HSK"-Kennzeichen in Kölle unterwegs...
Jaaa, der hat wirklich ne Menge Spaß gemacht...
Jaaa, der hat wirklich ne Menge Spaß gemacht...
Der Besitzer... ;-)
Der Besitzer... ;-)

Was folgte, war ein super Sommer 2003, der mit Temperaturen um die 35 Grad verwöhnte, die selbst Nachts nicht unter 25 Grad abfielen, was es möglich machte, bei sternenklarem Himmel mit offenem Verdeck durch die Nacht zu sausen... Herrlich!!!

Ich wohnte und arbeitete zum damaligen Zeitpunkt noch in Hürth, in der Nähe von Köln, somit habe ich auch gerne Ausfahrten in die Eifel zum Nürburgring unternommen, ebenso habe ich in diesem Jahr auch wieder einige Treffen mit dem Cabrio angefahren, alles in allem ein großer Spaß, denn der Motor lief wirklich großartig und begeisterte mit Sound und Kraft!

Die Kraftquelle, ein "Kerscher"-Typ 4 mit 2  Liter Hubraum und 100 PS (an den Rädern)
Die Kraftquelle, ein "Kerscher"-Typ 4 mit 2 Liter Hubraum und 100 PS (an den Rädern)
Klappe zu... insgesamt ein reinrassiger "German-Style"-Käfer.
Klappe zu... insgesamt ein reinrassiger "German-Style"-Käfer.

Soweit so gut, die Saison ging allmählich zu Ende und schließlich stellte ich das Cabrio für die nächsten Monate in die Garage.

Eigentlich hatte ich bis auf zwei kleine Lackanhebungen nichts zu bemängeln, klar hatte er ein paar kleinere, oberflächliche Roststellen, und die Durchrostung im Radhaus hinten hatte ich auch noch nicht instandgesetzt, aber alles in allem stand er gut da, kein wirklicher Handlungsbedarf...

Bezüglich der Lackabhebungen war es allerdings klar, was dies auf kurz oder lang bedeuten würde: Rost...

Die eine war unterhalb des Verdeckspannbandes auf der linken Seite und eine am rechten Seitenteil in der Nähe zum Kotflügel / Trittbrett, dort hielt auch der Magnet nicht, was also auf eine Spachtel-Stelle hindeutete, (tatsächlich stellte sich diese Stelle beim Zerlegen 2004 als durchgerostet und gespachtelt herraus, allerdings war dies auch die EINZIGE Stelle am ganzen Auto, wo gepfuscht wurde, vom Lack mal abgesehen...)

Trotz dieser Tatsachen habe ich den Wagen 2004 dann wieder in Betrieb genommen, der erste Monat verlief dann auch soweit ganz gut, der 1. Mai stand an und somit ich in den Startlöchern  zum Maikäfertreffen in Hannover!

Wie jeder weiß, geht es da natürlich am schnellsten über die Autobahn, und da mein Motor bisher alle Autobahnfahrten immer super durchgehalten hatte, machte ich mir auch diesmal keine Sorgen.

Die Hinfahrt verlief auch vollkommen problemlos...

Auf der Rückfahrt ließ ich mich dann zu eine etwas längeren Vollgasetappe verleiten... (das Mädel im TT neben mir hatte einfach ein sehr süßes Lächeln und bergauf gingen mit dem Cabrio immerhin 160 Km/h, was Sie zu beeindrucken schien... ;-))

Die Quittung bekam ich schon auf dem Rest des Heimwegs, der Motor klang plötzlich anders als sonst und hatte irgendwie gefühlt weniger Leistung... Hm!

Zuhause angekommen, guckte ich erstmal den Motor durch, Ölstand war auf Max. (dies sollte sich später beim auslitern der Ölfüllmenge als Trugschluß und tatsächlicher Grund für den Motorschaden herrausstellen, aber dazu später mehr...) , das Ventilspiel war auch ok, der Leerlauf war ruhig und gleichmäßig. Trotzdem hatte er ein anderes Motorgeräusch und gefühlt weniger Leistung als sonst...

Was folgte, waren zwei weitere Monate, in denen ich das Cabrio noch fuhr, diesmal jedoch nicht als einziges Auto, sondern als Zweitwagen, mein Passat 32B mußte für den Alltag herhalten.

Der Motor lief nach wie vor, machte aber keinen Spaß mehr und irgendwie keimte in mir der Verdacht, dass hier was im Argen liegt...


Daraufhin habe ich dann im Juli 2004 den Motor ausgebaut und zerlegt. Dabei fiel mir auf, dass ich relativ wenig Öl in dem untergestellten Eimer hatte... zusammen mit dem Öl aus dem Ölkühler und den dahinführenden Leitungen, sollten es eigentlich 1,5 Liter mehr sein!


Was soll ich sagen?!!

 

Ich hatte den Motor mit zu wenig Öl gefahren!  Und zwar seit Anbeginn!

Grund dafür war der Einfüllstutzen, in dessen Deckel der Ölpeilstab sitzt. Besagter Einfüllstutzen sitzt wiederum auf einem Alustutzen, welcher unten am Motor verschraubt ist, was man auf dem Beispiel-Bild gut erkennen kann.

Wie hier gut zu erkennen ist, sitzt der Einfülltrichter auf dem Stutzen...

Dumm nur,  wenn dann der Trichter einen Zentimeter zu tief sitzt und der Öl-Peilstab im Trichter-Deckel sitzt...

 

Jaaa, hab ich mir dann auch gedacht...!

 

Fazit dieses fatalen Einbaufehlers:

 

   - alle Pleuel-Lagerschalen eingelaufen

   - Nockenwelle inkl. Stössel eingelaufen

   - Riefenbildung im 1sten und 3ten Zylinder

   - ebenso die jeweiligen Kolben beschädigt

 

Das der Motor noch lief, zeugt von der eigentlichen Qualität der Maschine.

Trotzdem summierten sich die Kosten der benötigten Ersatzteile auf über 2900 €, wobei solche Dinge wie ein neues Gasgestänge und neue K&N Luftfilter, sowie neue Pleuel darin enthalten sind.

 

Nachdem ich die Ersatzteile alle bestellt hatte, meldete ich das Cabrio erstmal ab...

(und das ist NIE ein gutes Zeichen bei mir...! ;-))

 

 

 

 

 

 

 

Alle Teile eines Käfers...

...so in etwa sieht das Puzzle aus, was ich demnächst wieder zusammensetze... ;)